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Do 15.11.
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Fr 16.11.
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Wasseranlage Štěchovice

Die zwischen 1937 und 1945 gebaute Stauanlage Štěchovice ist dank der harmonischen Einbindung in die Landschaft und der Granitverkleidung des gesamten Bauwerks wahrscheinlich die schönste Stufe der Moldaukaskaden. Heute liegt die Hauptaufgabe der Wasseranlage im Ausgleich der unregelmäßigen Abflussmengen aus dem Wasserkraftwerk Slapy und dem anschließenden allmählichen Ablassen des Wassers in die Stauanlage Vrané, sowie natürlich in der Stromproduktion.

Der künstlich angelegte See, der bis zum Staudamm der Wasseranlage Slapy reicht, ist 9,4 km lang und fasst bis zu 11,2 Mio. m³ Wasser.

Die mit Granitblöcken verkleidete, gerade Gewichtsstaumauer ist 124 m lang, 22,5 m hoch und besteht aus fünf jeweils 20 m breiten Überlauffeldern. Über den Staukörper führt keine Straße. Unter dem mittleren Überlauffeld befindet sich ein 7 x 7 m großer Talsperren-Auslass mit Schütz, über den der Stausee vollständig geleert werden kann und der während des Anlagenbaus als Durchlass für Flöße und andere Wasserfahrzeuge diente.

Die Schiffsschleuse am rechten Ufer ist 12 m breit und 118 m lang und dient für Wasserfahrzeuge mit einer Wasserverdrängung von bis zu 1 000 t. Die Schleuse überwindet einen Höhenunterschied von bis zu 20,1 m. Europaweit einmalig ist das obere Stemmtor mit einer Höhe von 24 m, was bei dieser Konstruktionsart ungewöhnlich hoch ist.

In Štěchovice laufen gleich zwei Wasserkraftwerke: Das Mitteldruck-Laufkraftwerk mit zwei Kaplan-Turbinen mit einer Leistung von jeweils 1,25 MW arbeitet im Stoßbetrieb. Die günstige Geländestruktur in der Umgebung des Stausees erlaubte jedoch zusätzlich die Errichtung eines Hochdruck-Pumpspeicherkraftwerks mit einem Gefälle von 220 m und einem Speicherbecken auf dem Berg Homole. Bei der Renovierung zwischen 1992 und 1996 wurde das Wasserkraftwerk mit einer modernen Francis-Turbine mit einem Generator und einer Leistung von 45 MW ausgestattet (bei einem Schluckvermögen von 24 m³ Wasser pro Sekunde).