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Di 18.12.
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Mi 19.12.
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Do 20.12.
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Wasseranlage Slapy

An der Stelle der einst von Wassersportlern geliebten und gefürchteten Ströme Svatojanské proudy (Johannisströme) auf dem Flusskilometer 91,61 steht eine gerade, in der Krone 260 m lange und 67,5 m hohe Beton-Gewichtsstaumauer der zwischen 1949 und 1954 gebauten Wasseranlage. Der Staukörper besteht aus 4 jeweils 15 m langen Überlauffeldern mit einer Gesamtkapazität von 3 000 m³ Wasser pro Sekunde.

Der durch den Bau der Stauanlage entstandene See ist 44 km lang, umfasst 1 392 ha und verfügt über ein Stauvolumen von ca. 270 Mio. m³. Obwohl der See (samt Umgebung) ein beliebtes Erholungsgebiet ist, liegt der primäre Zweck der Wasseranlage Slapy in der Stromproduktion, der Erhöhung der Durchflussmengen für den unteren Flusslauf der Moldau (Elbe-Schifffahrtsweg), der Versorgung mit Trink- und Nutzwasser, der Versorgung der Industrie mit Betriebswasser, im Schutz des Gebiets unter dem Stausee vor Hochwasser und der Schifffahrt.

Interessant und in seiner Ausführung einmalig ist das Wasserkraftwerk, das im Fuß des Damms direkt unter den Überlauffeldern samt Maschinenräumen und Schaltraum installiert ist. Das Kraftwerk ist mit drei Kaplan-Turbinen mit einer Leistung von jeweils 48 MW ausgestattet (bei einem Schluckvermögen von 108 m³ Wasser pro Sekunde).

Obwohl die Planung des Stausees Slapy auch den Bau eines Schiffsaufzugs für Schiffe mit einer Wasserverdrängung von bis zu 300 Tonnen vorsah (der Staudamm ist mit keiner Schiffsschleuse ausgestattet), wofür der Umleitungstunnel am rechten Ufer genutzt werden sollte, wurde die Anlage bis heute (2009) nicht fertiggestellt. Kleine Schiffe mit einer Wasserverdrängung von bis zu 4 t werden heutzutage zwischen den Bereichen über und unter dem Staudamm mittels besonderer, von einem Traktor gezogener Schleppeinrichtungen transportiert.