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Wasseranlage Orlík

Die am Flusskilometer 144,65 zwischen 1956 und 1966 gebaute Wasseranlage Orlík ist nicht nur der größte Stausee der gesamten Moldaukaskaden, sondern auch der volumenreichste See in ganz Tschechien. Bei Vollstau ist die Anlage 68 km lang und reicht bis hinter Týn nad Vltavou (Moldautein) zu der Ortschaft Hněvkovice. Auf der Otava (Wotawa), die von der Stauung der Moldau ebenfalls betroffen ist, reicht der See 22 km weit in Richtung Písek. Die Fläche des Orlík-Stausees beträgt 2 640 ha (zum Vergleich, Lipno I umfasst 4 870 ha), das Stauvolumen beträgt 703,8 Mio. m³ (bei Lipno I sind es „nur“ 309,5 m³), der Uferumfang beträgt etwa 300 km.

Von der Größe des Orlík-Stausees zeugen u. a. die Parameter des Staukörpers: Die Gewichtsstaumauer ist gerade, in der Krone 450 m lang und am höchsten Punkt über dem Fundament 90,5 m hoch (der höchste Staukörper in Tschechien). Die Anlage ist mit drei 15 m breiten Überläufen mit einer Kapazität von 2184 m³ pro Sekunde und zwei Talsperren-Auslässen mit einer Kapazität von jeweils 185,5 m³ pro Sekunde ausgestattet.

Das große Wassergefälle (min. 45 und max. 71,5 m) wird vom Wasserkraftwerk am linken Ufer genutzt. Das Kraftwerk ist mit vier Kaplan-Turbinen ausgestattet, jeweils mit einem Schluckvermögen von 150 m³ Wasser pro Sekunde. Die Kraftwerksleistung beträgt 364 MW.

Der Schifffahrt dienen zwei Schiffsaufzüge am rechten Ufer. Die großen Hubanlagen für Schiffe mit der Wasserverdrängung von bis zu 300 t sind baulich fertiggestellt, aber noch nicht mit der erforderlichen Technologie ausgestattet. Der kleine Schiffsaufzug ist funktionsfähig und kann Sportwasserfahrzeuge mit einer Traglast von 3,5 t transportieren.

Der primäre Zweck der Wasseranlage Orlík besteht in der Wasserspeicherung zur Erhöhung der Durchflussmengen am unteren Flusslauf der Moldau (beziehungsweise auch der Elbe), im Schutz des Gebiets unter dem Stausee, einschließlich der Hauptstadt, vor Hochwasser und in der Stromproduktion. Der See wird selbstverständlich auch für Sport, Erholung, die Fischerei und Schifffahrt genutzt.