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Do 15.11.
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Fr 16.11.
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Wasseranlage Hněvkovice

Die zwischen 1986 und 1991 gebaute Wasseranlage Hněvkovice gehört zusammen mit der Wasseranlage Kořensko zu den jüngsten Stufen der sog. Moldaukaskaden.

Die unmittelbare Anregung zum Bau der Wasseranlage Hněvkovice ergab sich aufgrund der Notwendigkeit, das ungefähr zur gleichen Zeit in der Nähe von Týn nad Vltavou (Moldautein) entstehende Atomkraftwerk Temelín mit (Kühl-)Betriebswasser zu versorgen. Für diese Zwecke wurde am Flusskilometer 210,39 eine Gewichtsstaumauer errichtet. Die Staumauer ist 191 m lang, 27 m hoch und die Kronenbreite beträgt 9,5 m. Sie ist mit drei 12 m breiten Kronenüberläufen ausgestattet, die bis zu 3 x 337 m³ Wasser pro Sekunde befördern können. Das Stauvolumen beträgt auf der Höhe von 370,1 m ü. M. 21,1 Mio. m³, die Länge des Staubereichs beträgt 18,5 km.

Der Stausee Hněvkovice ist mit einer Schiffsschleuse (Deichschleuse) für Schiffe mit einer Wasserverdrängung von bis zu 300 t ausgestattet. Die Schleuse ist jedoch bis heute (2009) aus technologischer Sicht noch nicht ganz fertiggestellt. Für kleinere Schiffe und Sportwasserfahrzeuge dient zur Überwindung des Abschnitts zwischen dem Bereich über und unter dem Stausee die befestigte Straße am rechten Ufer.

Zur Wasseranlage Hněvkovice gehört ein Wasserkraftwerk mit zwei Kaplan-Turbinen mit einer Leistung von jeweils 4,8 MW. Das Kraftwerk läuft für gewöhnlich im Durchlaufbetrieb (Dauerbetrieb), teilweise im Stoßbetrieb.

Am linken Ufer, unmittelbar über dem Staukörper, befindet sich eine Pumpenstation für das ca. 4 km entfernt gelegene Atomkraftwerk Temelín. Da die Hauptaufgabe der Wasseranlage Hněvkovice in der Versorgung des Atomkraftwerks Temelín (tschechische Abk. JETE) mit Kühlwasser in jeder wasserwirtschaftlichen Lage liegt, erlauben es die Bedienungsvorschriften des Stausees nicht, dass der Dauerwasserstand im Stausee unter 365 m. ü. M. sinkt.