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Fr 15.11.
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So 16.11.
8/11°
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Sa 17.11.
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Stromverlauf der Moldau

Teplá Vltava (Warme Moldau), die Hauptquelle der Moldau, entspringt unter dem Namen Černý potok (Schwarzbach) auf einer Höhe von 1 172 m. ü. M. am Hang des Böhmerwaldbergs Černá hora (Schwarzberg) (1 315 m ü. M.). Unter der Ortschaft Kvilda ändert die Flussströmung ihre Richtung vom Norden nach Südosten und fließt dann weiter nach Borová Lada (Ferchenhaid). Hinter dieser Ortschaft wird der Bach Černý potok (Schwarzbach) zur Teplá Vltava (Warme Moldau). Auf einer Seehöhe von 731 Metern, nahe der Gemeinde Chlum, im Gebiet des Mrtvý luh (Tote Aue) trifft die Teplá Vltava (Warme Moldau) auf ihre bayerische „Schwester“ die Studená Vltava (Kalte Moldau), die auf dem Gebiet der BRD am Hang des Berges Haidel entspringt und in der Nähe der Ortschaft Haidmühle die Grenze nach Tschechien überschreitet. Ab dem Zusammenfluss heißt der Fluss nur noch Vltava (Moldau).

Bei Nová Pec (Neuofen) wird das mäanderartige Flussbett der Moldau zu einer riesigen Wasserfläche, zum Lipno-Stausee, der durch die Abdämmung des Flusses nahe der Ortschaft Lipno nad Vltavou (Lippen) entstand. Der Großteil des Wassers fällt hier auf die Turbinenschaufeln des unterirdischen Wasserkraftwerks und fließt dann weiter durch einen unterirdischen Tunnel in das Ausgleichsbecken Lipno II nahe der Ortschaft Vyšší Brod (Hohenfurth). In den „kleinen“ Lipno-Stausee mündet auch das ursprüngliche Flussbett der Moldau, auch wenn die Durchflussmenge nur wenige Kubikmeter pro Sekunde beträgt.

Unter der Ortschaft Vyšší Brod (Hohenfurth), an einer Stelle, die U tří veverek (Zu den drei Eichhörnchen) genannt wird, dreht sich die Flussströmung definitiv in Richtung Norden und fließt in das Städtchen Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg). Nach weiteren ca. 30 km windet sich die Moldau elegant mäanderartig um den altertümlichen Kern von Český Krumlov, fließt dann durch Zlatá Koruna (Goldenkron), am keltischen Oppidum Třísov und an der Burgruine Dívčí Kámen (Maidstein) vorbei, um dann České Budějovice (Budweis) zu erreichen. Von hier fließt die Moldau, die unterwegs das Wasser der Malše (Maltsch) mitnimmt, weiter nach Hluboká nad Vltavou (Frauenberg). Hinter Hluboká (Frauenberg) wird die Moldau das dritte Mal gestaut. Die Stauanlage Hněvkovice dient zur Versorgung des nahe gelegenen Atomkraftwerks Temelín mit Betriebswasser.

Danach fließt die Moldau nach Týn nad Vltavou (Moldautein), wo bereits die Aufstauung durch den Orlík-Stausee sichtbar wird. Hinter Týn (Moldautein) schließt sich die Lužnice (Lainsitz) an, der rechtsseitige Zufluss der Moldau. Bereits nach zwei Kilometern stößt die Moldau auf das nächste Hindernis, und zwar das Wehr mit Schiffsschleuse Kořensko. Danach ergießt sich das Wasser der Moldau in einen tiefen und langen See, in das Wasserwerk Orlík, den größten Stausee der sog. Moldaukaskaden. Unter der Wasseroberfläche des Orlík-Stausees mündet in die Moldau von links der Fluss Otava (Wotawa). Nach dem Orlík-Stausee fließt die Moldau weiter in Richtung Norden, aufgestaut durch die nächste Stauanlage Kamýk (Kamaik), die gleichzeitig mit dem Orlík-Stausee als Ausgleichsbecken errichtet wurde.

Es folgt ein tiefes und romantisches Tal mit zahlreichen Mäandern, das jedoch 1956 durch den Stausee Slapy überflutet wurde. Der Staudamm des Wasserwerks Slapy befindet sich im Bereich der ehemaligen, bei Wassersportlern belilebten Strömen Svatojánské proudy (Johannisstöme), die einst einen der schönsten Flussabschnitte bildeten.

Auf ihrem Weg nach Prag ergießt sich die Moldau noch in weitere zwei Stauseen – Štěchovice und Vrané nad Vltavou. Bei der Stadt Davle fließt von rechts der Fluss Sázava (Sasau) in die Moldau, am Südrand der Hauptstadt dann bei Zbraslav (Königsaal) von links der Fluss Berounka (Beraun).

Auf dem Gebiet von Prag „trifft“ die Moldau nur auf einige wenige Wehre und Deichschleusen, um dann auf verschiedenen Umwegen ihren Weg weiter nach Norden fortzusetzen. Bei Kralupy nad Vltavou (Kralup an der Moldau) ändert sich der Landschaftscharakter erheblich: Die Moldau verlässt das schmale Tal und fließt durch eine Ebene unaufhaltsam weiter nach Mělník (Melnik), um sich dort auf einer Seehöhe von 156 m in die Elbe zu ergießen. Noch vor dem Zusammenfluss, bei der Ortschaft Vraňany, zweigt von der Moldau lateral ein Schifffahrtskanal ab, eine Art Umgehung des unschiffbaren Flussabschnitts. Auch dieser künstliche Kanal fließt (mündet) anschließend nur einige Hundert Meter flussabwärts, nach dem Zusammenfluss der Elbe mit dem ursprünglichen Flusslauf der Moldau, in die Elbe.