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Moldau in der Kunst

Der Schriftsteller Karel Čapek sagte einst über die Moldau, sie sei „bis zum letzten Tropfen unergründlich und nicht in Verse zu fassen“. Trotzdem, oder gerade deswegen war und bleibt der Fluss eine ewige Inspiration für Künstler. Und das nicht nur wegen der anziehenden Schönheit, die der Moldau u. a. den bekannten Beinamen „silberschäumend“ brachte und je nach Jahreszeit oder Gebiet, durch das sie auf ihrem Weg von der Quelle in den Böhmerwaldbergen bis zum Zusammenfluss mit der Elbe bei Mělník (Melnik) fließt, ihre verschiedenen Gesichter zeigt. Die Moldau bildet mit ihrem mehr als 400 km langen Lauf eine natürliche Achse des Landes, die die Hauptstadt Prag durchschneidet. Gerade die Verbindung des lebensspendenden Flusses mit dem einstigen Sitz der Přemysliden-Fürsten schafft eine Symbolik, die ganze Generationen von Künstlern versuchten, in ihren Werken einzufangen.

Das zweifellos zu Recht bekannteste und berühmteste Werk, das sich des Themas des tschechischen Nationalflusses annimmt, ist die sinfonische Dichtung Moldau (aus dem Jahr 1874) des Komponisten Bedřich Smetana (1824 - 1884) aus dem Zyklus „Mein Vaterland“. Obgleich der Komponist zu der Zeit bereits taub war, gelang es ihm mit Tönen auf geniale Art und Weise, den Flusslauf von den ersten kleinsten Quellen, über den majestätischen Strom in Prag bis zu seinem anschließenden Entschwinden in der Elbe darzustellen.

Der größten Aufmerksamkeit erfreuten sich der Fluss und seine Umgebung natürlich bei bildenden Künstlern und später Fotografen und Filmemachern. Alte Zeichnungen und Radierungen, die oftmals heute nicht mehr existierende Flussabschnitte darstellen, sind oft nicht nur wertvolle Kunstwerke, sondern auch kostbare historische Dokumente, die das Aussehen des Flusses und das Leben auf und um den Fluss herum in längst vergangenen Zeiten belegen. Gleiches kann man über die Fotografie sagen: In diesem Bereich entstanden neben zahlreichen „gewöhnlichen“ Ansichten des Flusses und seiner Umgebung auch einige Werke, deren künstlerischer Wert die übrige Produktion überschattet. Stellvertretend für alle nennen wir hier z. B. den berühmten Bildband des Fotografen Karel Plicka (1894 - 1987). Die Moldau hat natürlich auch in vielen Filmen „mitgespielt“.

Das Symbol der Moldau ist in der berühmten Statuen-Gruppe „Allegorie der Moldau“ des Bildhauers J. V. Pekárek aus dem Jahr 1916 zu finden, die am Rand der Insel Dětský ostrov (Kinderinsel) steht. Die Mädchenfiguren stellen hier die Moldau und ihre Zuflüsse Lužnice (Lainsitz), Otava (Wotawa), Sázava (Sasau) und Berounka (Beraun) dar.

Die Moldau taucht oft in Verbindung mit Prag natürlich auch in der sog. Gebrauchskunst auf, wie z. B. auf Briefmarken, Geldscheinen oder in Wappen und Logos verschiedener Vereine oder Unternehmen.